Hana ist seit 2023 bei Kaia Health und für das Marketing mit medizinischen Partner:innen und die Social Media Kanäle verantwortlich. Dazu schreibt sie hier auf dem Wirbel für Wirbel Blog über ihre alltäglichen Erfahrungen mit dem Thema.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Für viele von uns ist das der Moment, kurz innezuhalten und auf das vergangene Jahr zurückzublicken.
Es gab gute Tage, aber sicher auch Herausforderungen. Doch unabhängig davon, ob du alle deine Vorsätze umsetzen konntest oder nicht: Es gibt viele Gründe, auf dich stolz zu sein. Resilienz bedeutet nicht, dass immer alles perfekt läuft, sondern dass man weitermacht und daraus lernt. Wie dir ein bewussterer Rückblick gelingt und wie du dich optimal für das kommende Jahr mit Zielen vorbereitest, die dir Freude, Gesundheit und Zufriedenheit bringen, schauen wir uns in diesem Artikel gemeinsam an.
Mach dir keinen Druck, wenn es mit den Vorsätzen bisher nicht geklappt hat. Da bist du auf jeden Fall nicht alleine. Studien zeigen, dass knapp 60% aller Neujahrsvorsätze bereits im Januar des neuen Jahres scheitern1. Das liegt selten an Faulheit, sondern oft an unrealistischen Zielen, die mit drastischen Verhaltensänderungen einhergehen.
Das klassische Beispiel: Du nimmst dir vor, wegen deiner Rückenschmerzen plötzlich jeden Tag ins Fitnessstudio zu gehen. Das ist eine riesige Umstellung. Wenn dann der Alltag oder ein Schmerzschub dazwischenkommen, ist die anfängliche Motivation schnell verflogen.
Neujahrsvorsätze sind deine Chance zur Reflexion und bewussten Weiterentwicklung, nicht zur Selbstgeißelung. Genau deswegen ist es besonders zum Jahresende wichtig, Raum für Dankbarkeit und Anerkennung statt für Selbstkritik zu schaffen. Dein Körper leistet jeden Tag enorm viel, danke ihm dafür.
Es ist super, sich immer weiterentwickeln zu wollen, aber nimm dir bitte auch Zeit, deine bisherigen Erfolge zu feiern. Eine einfache, gängige aber effektive Methode ist die Drei-Fragen-Methode. Plane dafür ungefähr eine halbe Stunde Zeit ein.
Stell die dafür selber diese drei Fragen:
Schreibe deine Antworten am besten auf, das hilft dabei, deine Gedanken stärker zu verinnerlichen. Berücksichtige dabei nicht nur deine Vorsätze aus diesem Jahr, sondern auch spontane Erfolge, wie besondere Erlebnisse und Lernerfahrungen ein. Lies dir deine Antworten im Anschluss laut vor, um dir aller Erfolge wirklich bewusst zu werden. Besonders wichtig ist, dass du diese Erfolge nach dem Abschluss deines Rückblicks auch feierst, ob groß oder klein. Sei es mit einer kleinen Belohnung für dich selbst oder einem Abendessen mit Freunden. Sei stolz auf dich!
Du musst dich natürlich auch nicht unbedingt an diese drei Fragen halten. Du kannst dir auch ganz eigene aussuchen, die zu dir und deinem Jahr passen. Zum Beispiel mit Fokus auf bestimmten Erlebnissen „Was waren meine drei schönsten Erlebnisse in diesem Jahr?“2 oder Gewohnheiten „Was will ich im neuen Jahr beibehalten, loslassen oder starten’‘3.
Die positive Energie deines Jahresrückblicks schafft die optimale Grundlage für die Planung des kommenden Jahres. Dabei gilt: Qualität vor Quantität. Es kommt nicht auf die Anzahl deiner neuen Vorsätze an, sondern darauf, wie viel Zufriedenheit und Freude sie dir bringen.
Das wissenschaftliche WOOP-Modell der Psychologin Gabriele Oettingen hilft dir nicht nur beim Setzen, sondern auch beim Erreichen deiner Ziele4, indem es nicht nur das Endergebnis berücksichtigt, sondern auch mögliche Hindernisse auf dem Weg dahin:
Da du so mögliche Schwierigkeiten und Blockaden von Anfang an identifiziert hast, gehst du vorbereiteter mit deinem Vorsatz um und bist nicht direkt demotiviert, wenn diese Hürden auftauchen. Noch besser ist, dass du schon eine aktive Lösung vorbereitet hast, wie du mit diesen Hürden umgehen kannst – somit bist du bestens gewappnet, um dein Ziel zu erreichen.
Nach der Festlegung der Vorsätze kann dir eine gängige 3-Säulen-Methode bzw. eine Aufteilung helfen, deine Ziele ausgewogen zu sortieren. Am besten verteilst du sie auf die für dich persönlich wichtigsten Lebensbereiche (z.B. Beruf, Beziehungen und Gesundheit). Denk immer daran: Deine Ziele sollen identitätsbasiert sein, das heißt dir persönlich Freude, Erfüllung und Entwicklung bringen – und nicht den Erwartungen deines Umfelds gerecht werden.
Um deine Ziele effektiver zu erreichen, benötigst du Strategien, um neue Gewohnheiten zu bilden. Davon haben wir einige gesammelt, die dich bei der Verfolgung deiner Vorsätze unterstützen können:
Der Bestsellerautor James Clear prägte den Begriff „Atomic Habits“ (Atomare Gewohnheiten)5. Die Idee ist, keine drastischen Verhaltensänderungen anzustreben, sondern das große Ziel in kleinere, machbare Schritte aufzuteilen. So wird der Start mit neuen Gewohnheiten einfacher. Beim „Joggen“ kann es beispielsweise helfen, mit täglichen, kurzen Spaziergängen zu starten, deren Strecke und Geh- bzw. Lauftempo du langsam steigerst.
Mach dir den Zugang zum Erwünschten leicht und zum Unerwünschten schwer5. Für das Joggen kann das bedeuten, die Sportkleidung am Abend bereitzulegen, um die erste Hürde am Morgen zu überwinden. Bei gesunder Ernährung kann es auch helfen, bewusst eine Einkaufsliste beispielsweise mit gesunden Snacks vorzubereiten. Hast du nur gesunde Optionen zuhause, ist es unwahrscheinlicher, dass du doch noch zu den ungesunden Snacks greifst. Aber natürlich alles in Balance! Eiscreme und Schokolade sind trotzdem erlaubt.
Es ist nicht das Wichtigste, jede Woche zu schauen, ob du die 5 Kilometer gelaufen bist (Output). Wichtiger ist, die eigene Bemühung zu sehen (deinen Input)5,6. Gestalte dir zum Beispiel deinen eigenen Tracking-Kalender deine „Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche“ oder „Anzahl der gesunden Mahlzeiten“. Jeder erfolgreiche Eintrag in deinem Tracking-System ist ein sofortiger Erfolg.
Um die Motivation zu verstärken, belohne dich regelmäßig. Und das nicht nur beim Erreichen des Endziels. Füge eine kleine Belohnung direkt an jede erledigte Gewohnheit an. Das kann eine kurze Self-Care-Pause mit Gesichtsmaske sein oder ein Stück Schokolade. Hauptsache, es bringt dir Freude und hält dich am Ball!
Lege ein verbindliches Datum fest, bis zu dem du einen Meilenstein erreichen willst, und markiere es fest im Kalender. Noch besser: Teile dieses Datum mit Freunden oder Familie und vereinbare regelmäßige „Check-Ins“. Das erhöht deine Verbindlichkeit mit dir selbst und erhöht die Motivation auch extern.6
Rückschläge sind unvermeidlich und gehören zum Prozess dazu. Das ist keine Ausrede, sondern eine Tatsache, die zum Erreichen jedes Ziels dazugehört: Wenn du deine Gewohnheit einmal (oder zweimal) verpasst, verfalle nicht in das „Alles-oder-Nichts“-Denken. Verurteile dich nicht selbst, sondern praktiziere Selbstmitgefühl.7 Frag dich: Was würde ich einem guten Freund in dieser Situation raten? Wahrscheinlich: „Steh auf, mach weiter und lerne daraus.“ Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Konsistenz. Mach direkt am nächsten Tag weiter und lass dich nicht unterkriegen.
Neujahrsvorsätze sind kein Sprint, der am 1. Januar startet, sondern ein Marathon des bewussten Handelns mit Höhen und Tiefen. Die wichtigste Erkenntnis lautet: Sei freundlich zu dir selbst. Bau auf den Erfolgen dieses Jahres auf, plane realistisch mit dem WOOP-Modell und nutze die Macht der Mini-Gewohnheiten, um deine Umgebung und dein Verhalten zu deinen Gunsten zu gestalten.
Der beste Tag, um eine Veränderung zu beginnen, ist nicht der 1. Januar, sondern jeder neue Tag. Auch wenn der erste Schritt immer schwer fällt, schiebe deine Vorsätze nicht einfach auf die offene Zukunft und auch nicht auf morgen – sondern starte am besten noch heute. Auch wenn es nur ein kleiner, erster Schritt ist.
Deswegen ist deine Aufgabe: Setze jetzt (noch heute) den ersten atomaren Schritt für deinen wichtigsten Vorsatz. Wenn du dich gesünder ernähren willst, lege den gesunden Snack für morgen bereit. Wenn du mehr lesen willst, lege das Buch auf deine Kommode. Und wenn du deine Rückenschmerzen angehen willst, mach noch heute den Termin beim Arzt.
Wir wünschen dir viel Erfolg und Freude auf dem Weg zu deinen Zielen in 2026 und sind schon jetzt sehr stolz auf dich!
[2] https://frei-mutig.de/jahresrueckblick/
[3] https://www.staerkeneffekt.de/rueckblick-und-ausblick/
[4] Oettingen, G. (2014). Rethinking positive thinking: Inside the new science of motivation. (https://woopmylife.org/en/science)
[5] Clear, J. (2018). Die 1%-Methode (Atomic Habits) – Minimale Veränderung, maximale Wirkung: Mit kleinen Gewohnheiten jedes Ziel erreichen. (https://jamesclear.com/atomic-habits)
[6] Harkin, B. et al. (2016). Does monitoring goal progress increase goal attainment? A meta-analysis of the experimental evidence. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26479070/)
[7] Neff, K. (2011). Self-Compassion: The proven power of being kind to yourself (https://self-compassion.org/books-by-kristin-neff/)
Hana ist seit 2023 bei Kaia Health und für das Marketing mit medizinischen Partner:innen und die Social Media Kanäle verantwortlich. Dazu schreibt sie hier auf dem Wirbel für Wirbel Blog über ihre alltäglichen Erfahrungen mit dem Thema.